Medizintechnik und Robotik beim Girls‘Day im Bundeskanzleramt

Ein Schlaganfall. Ein Unfall. Ein Geburtsfehler. Es gibt viele Ursachen dafür, dass Menschen sich kaum noch oder nur sehr eingeschränkt bewegen können. Ein Zustand, den sich schon gesunde Erwachsene kaum vorzustellen vermögen. Kindern fällt das meist noch schwerer. Aber auch ein Zustand, mit dem man sich nicht abfinden muss, wie der Stand der TK auf dem Girls’Day im Bundeskanzleramt zeigte. Dort schlüpften die Schülerinnen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in die Rolle eines Medizintechnikers und lernten Beispiele für Robotik und Medizintechnik kennen, die Menschen nach einem Schicksalsschlag helfen, wieder beweglicher zu werden.

Am TK-Stand beim Girls'Day im Kanzleramt erfuhren Schülerinnen und Angela Merkel Neues aus Medizintechnik und Robotik.

Ein Roboterarm, der schwerelos macht

Im Mittelpunkt stand dabei ein großer Roboterarm, der den Arm des Patienten schwerelos macht. So reichen kleine Impulse aus, um damit die vollständige Bewegung dreidimensional zu üben. „Auch wenn der Betroffene den Arm kaum noch bewegen kann, ermöglicht das Gerät alltagsnahe Bewegungen und stellt diese über Sensoren als Biofeedback auf einem Monitor dar“, erklärt Versorgungsexperte Thomas Heilmann, der das Projekt bei der TK betreut. So können Patienten zum Beispiel nach einem Schlaganfall verloren gegangene Bewegungsmuster wieder neu erlernen und trainieren.

Um die Aufgaben zu lösen, muss der Patient auch mit dem Kopf arbeiten und eigenständig Bewegungsstrategien entwickeln, die das Biofeedback auf dem Bildschirm visuell mit seinen eigenen Bewegungen verknüpft. Der Hintergedanke: Hat das menschliche Gehirn einmal gelernt, dass der Arm oder das Bein nicht mehr benutzbar ist, spricht es sie auch nicht mehr so stark an. „So trainiert das Gerät nicht nur den Arm, sondern auch das Gehirn“, so Heilmann.

Wie Patienten im Ambulanticum mit Unterstützung von Robotern wieder laufen lernen.

Mit Robotik zurück ins Leben

Entwickelt hat das Konzept Dr. Bernd Krahl. Er ist selbst Schlaganfallpatient und hat in Herdecke das Therapiezentrum Ambulanticum aufgebaut – mit einem deutschlandweit bisher einzigartigen Therapieangebot. Für die Rückkehr in ein möglichst selbstständiges und aktives Leben hat er dort mit seinem Team Behandlungsverfahren aus der Physio-, Ergo-, und Sporttherapie sowie der Logopädie mit modernster, robotikassistierter und computergestützter Biofeedback-Therapie unter einem Dach gebündelt.

2013 hat die TK als erste Krankenkasse einen Versorgungsvertrag mit der Einrichtung geschlossen. Auf diese Weise profitieren nun Patienten von jung bis alt, die von ganz unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sind, von dem Programm. „Unser Ziel ist es, die Bewegungsfähigkeit der Patienten durch individuelle, ganz gezielte Behandlungen und innovative Therapiemaßnahmen nachhaltig zu verbessern und dies vor allem dann auch in ihren Alltag zu übertragen“, so Dr. Bernd Krahl.