Schockdiagnose Krebs – neues TK-Programm berät Patienten zur begleitenden Therapie

Die Diagnose „Krebs“ ist ein Schock. Wer sie bekommt, ist dankbar für jeden Hoffnungsschimmer. Doch neben der Schulmedizin gibt es auch viele unseriöse Angebote: „Heilsversprechen, die wahre Wunder in Aussicht stellen, gibt es in der begleitenden Krebstherapie viele“, sagt Dr. Jutta Hübner. Schätzungen zufolge hat etwa jeder zweite Krebspatient Erfahrungen mit komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. Die Betroffenen wollen damit ihren Allgemeinzustand verbessern, die Selbstheilungskräfte wecken und das Immunsystem stärken.

„Leider kann man allerdings nur den wenigsten der Heilsversprechen tatsächlich Glauben schenken“, so Hübner. Gemeinsam mit der TK hat die Onkologin von der Deutschen Krebsgesellschaft deshalb das Programm „Komplementärmedizin für Krebspatienten“ entwickelt.

Dr. med. Jutta Hübner erklärt den Unterschied zwischen Alternativ- und Komplementärmedizin in der Krebstherapie.

Lotse im Informationsdschungel

Informationen zu dem Thema gibt es zuhauf – im Internet, in Büchern, Zeitschriften oder Fernsehbeiträgen. Aber: Wie seriös sind die Quellen? Und: Wie gut sind die Beiträge recherchiert? „Widersprüchliche Aussagen verunsichern schnell und oft ist es schwierig, sich aus der Fülle verschiedener Informationen ein klares Bild zu machen – nicht nur als Laie“, so Hübner.

Zahlreiche unterstützende Maßnahmen können die Schulmedizin während der Krebstherapie nämlich tatsächlich sinnvoll ergänzen. Ob es darum geht, die Nebenwirkungen von Chemo und Co. erträglicher zu machen oder Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern: Natürliche Heilmethoden können durchaus helfen. Aber: Was ist wann das Richtige? Und wovon sollte man generell die Finger lassen, weil es eher schadet als nutzt? Das neue Informations- und Beratungsprogramm der TK möchte Krebspatienten im Dschungel der ergänzenden Therapieoptionen den Weg weisen. Die Onkologin Dr. Jutta Hübner ist überzeugt: „Patienten sollen selbst fundiert entscheiden können, auf welche komplementärmedizinischen Maßnahmen sie setzen möchten – und worauf sie tatsächlich besser verzichten.“ Das ist ihr ein echtes Anliegen.

Und so umfasst das neue Angebot, das sie gemeinsam mit der TK konzipiert hat, unter anderem auch eine Vortragsreihe, Videos, eine Broschüre, ein telefonisches Beratungsangebot durch Onkologen aus dem TK-ÄrzteZentrum und individuelle Patientenschulungen bei einem onkologischen Experten. Zusätzlich gibt es auch einen Leitfaden für Ärzte.