„Nur vier von zehn gehen noch zu Fuß“

Stress, Sport und Speiseplan: So ticken die Deutschen.

Turnschuhe oder Pumps? Weder noch: „Ab aufs Sofa“ lautet für jeden zweiten Berufstätigen die Devise, wenn es um den Feierabend geht. Das fand Forsa-Chef Professor Manfred Güllner für die TK heraus. Wie es neben dem Thema Bewegung um die Ernährung und Entspannung der Deutschen steht, hat das „Jahr der Gesundheit“ gezeigt.

Wir Deutschen sind bewegungsfaul, essen ungesund und sind obendrein gestresst. Stimmt das? 2013 hat die Techniker Krankenkasse zum Jahr der Gesundheit gemacht und mit Forsa in drei Studien genau hingeschaut.

Ernährung gerät zur Nebensache

Den Auftakt machte im Februar 2013 die Studie „Iss was, Deutschland?“ und die zeigt ganz klar: Nur für jeden zweiten Menschen in Deutschland hat das Essen einen hohen Stellenwert. Es gilt das Prinzip „Hauptsache lecker“ – zumindest bei 45 Prozent der Befragten. Für eine gesunde Ernährung muss man nicht gleich zum Asketen werden, findet TK-Chef Dr. Jens Baas. „Aber Ernährung muss in unserem Alltag wieder mehr Raum bekommen. Dabei geht es nicht um stundenlange Zeitfenster, sondern darum, dass man in dem Moment bei der Sache ist“, so der Mediziner.

„Väter sollten öfter mit Ihren Kindern kochen“, findet TK–Ernährungsexpertin Nadine Müller.

Viel sitzen, wenig Bewegung

Kleine Ernährungssünden fallen weniger ins Gewicht, wenn dem ein Ausgleich gegenübersteht. Doch die Sportmuffel der Nation sind in der Mehrheit: 52 Prozent der Deutschen treiben nie oder nur selten Sport, wie die TK-Studie „Beweg dich, Deutschland!“ gezeigt hat. Und zu allem Überfluss sitzen die Bundesbürger durchschnittlich mehr als drei Stunden in ihrer Freizeit vor Fernseher, PC und Tablet.

Auch die Nebenbeibewegung kommt für viele zu kurz. Der Grund: Es gilt, im ohnehin stressigen Alltag Zeit zu sparen. Daher lassen die Deutschen auf ihren alltäglichen Wegen lieber den Automotor arbeiten als die eigenen Muskeln. Insgesamt kommen zwei Drittel somit auf nicht einmal eine Stunde Bewegung am Tag – den Arbeitsweg oder den Gang zum Kopierer bereits inbegriffen. Genau hier kann man ansetzen, findet Olympiasiegern Magdalena Neuner. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man Gewichte stemmen oder joggen gehen muss. „Schon ein kleines bisschen mehr Bewegung im Alltag macht solch einen großen Unterschied“, ist die ehemalige Biathletin überzeugt. Sie stellte zusammen mit der TK im Juli 2013 die Ergebnisse vor und engagiert sich für die gemeinsame Kampagne „Wer sich bewegt, gewinnt!“.

Den inneren Schweinehund überwinden – wie das geht, verraten Experten und die Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner.

Bei Stress auf Alarmsignale achten

Alles in allem scheinen die Deutschen also ganz schön unter Strom zu stehen. Die TK-Studie „Bleib locker, Deutschland!“ hat genau das für die Mehrheit der Deutschen bestätigt. Fast sechs von zehn empfinden ihr Leben als stressig. Vier von zehn fühlen sich richtiggehend abgearbeitet und verbraucht und knapp ein Drittel spricht sogar von „ausgebrannt“.

Der größte Stressfaktor ist der Job, aber viele – vor allem Frauen – setzen die eigenen hohen Ansprüche und private Konflikte unter Druck. Wenn der Stress nicht mehr anspornt, sondern einen lähmt, stellen sich weitere Probleme ein. Je höher der Stresslevel, desto mehr Menschen sind von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und Co. betroffen. Der ehemalige Skisprungweltmeister Sven Hannawald ist in diese negative Spirale geraten – bis hin zum Burn-out. „Ich kann nur jedem raten, achtsam zu sein und schon früh auf die ersten Alarmsignale zu reagieren“, empfiehlt er. „Entscheidend ist, dass Belastungsfaktoren auch Energiequellen gegenüberstehen“, so TK-Chef Baas.

Der ehemalige Skisprungweltmeister Sven Hannawald und die TK präsentieren die Stressstudie in Berlin.

2014 geht es weiter

Alle drei Studien haben gezeigt: Es ist noch Luft nach oben. Baas: „Auch über das Jahr der Gesundheit hinaus wollen wir unsere Versicherten bei den drei großen Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung unterstützen, zum Beispiel mit unserem TK-GesundheitsCoaching.“